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Matchplay oder Strokeplay?

2012-05-02 09:26:48

Die Frage ist so alt wie das Spiel selbst. Welches ist das attraktivere Format? Strokeplay oder Matchplay? Im Hinblick auf die olympischen Spiele 2016 wird diese Frage wieder häufiger diskutiert.

Im Prinzip ist die Sache klar: Bei den Olympischen Spielen 2016 wird Golf als Strokeplay-Turnier ausgetragen. So zumindest ist es angekündigt. Und auch wer dabei sein wird, steht bereits fest. Natürlich nicht namentlich, sondern tabellarisch. Die ersten 15 der dannzumal aktuellen Weltrangliste sind gesetzt, dann werden möglichst viele aus zusätzlichen Ländern aufgestockt (vergl. dazu unseren Blog von Februar 2010). Nicht diskutiert worden ist bisher über die Frage, ob sich die besten Golferinnen und Golfer der Welt nun im Strokeplay oder im Matchplay-Format messen sollen. Geschichtlich gesehen ist Matchplay die authentische Form des Golf-Wettbewerbes: Bis 1759 wurde ausschliesslich in diesem Format gespielt. Aber eben, das ist lange her. In der golferischen Neuzeit hat sich Strokeplay mehr und mehr durchgesetzt. Viele Turniere, die früher als Match ausgetragen wurden, finden heute im Zählspiel (deutsch für Strokeplay) statt. Sowohl die European Tour als auch die USPGA sowie die Majors werden im Strokeplay-System ausgetragen. Im internationalen Wettbewerb gibt es nur noch wenige Competition im traditionellen Matchplay. Unter anderem die Accenture Matchplay Championship (Sieger 2012: Hunter Mahan) oder der Ryder Cup und der Nations Cup. Auch in der Schweiz gibt es nur noch wenige Turniere im Matchplay, unter anderem die Matchplay-Championship. Entsprechend gibt es auch zwei Schweizer Meister: einen Matchplay-Champion und einen Strokeplay-Champion.

Im Hinblick auf die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro von 2016 ist jetzt vermehrt die Frage aufgetaucht, ob es nicht sinnvoll wäre, dieses traditionelle Format anzuwenden. In diversen Blogs und Golf-Sites wird darüber diskutiert. So wurde angeregt, Einzelmedaillen im Strokeplay und eine Mannschaftsmedaille im Matchplay auszuschreiben. Im Moment ist freilich noch nicht klar, ob denn überhaupt Mannschaftstitel vergeben werden. Angesichts der Tatsache, dass wohl nur wenige Länder mit zwei oder mehr Golfern vertreten sind, lässt dies als eher unwahrscheinlich erscheinen.

Ebenfalls diskutiert wird, ob das Golfturnier denn nicht nur für Amateure ausgeschrieben sein sollte. Im Gegensatz zu anderen Sportarten gibt es nämlich eine durchaus mit den Pros vergleichbare Weltrangliste der Amateure. Irgendwie wäre es aber schon seltsam und unbefriedigend, wenn das Olympiaturnier ohne die besten Spieler der Welt stattfinden würde.

Welches Format ist spannender? Vermutlich Matchplay, weil diese Formel wie im Tennis eine schnelle Entscheidung bringt. Insofern wäre Matchplay vielleicht publikumsfreundlicher, vor allem für Nichtgolfer, die erstmals ein solches Event verfolgen. Und das Publikumsinteresse wird letztlich darüber entscheiden, ob Golf auch weiterhin olympisch bleibt. Dafür ist Strokeplay «fairer». Die Spieler haben sich über vier Tage zu bewähren, eine missratene Runde bedeutet noch nicht das Ende der Olympischen-Träume.

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von Piero Schäfer 0 Kommentare - Dein Kommentar
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