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18 Architekten?

2012-01-13 15:26:17

Derweil sich die Organisatoren in Rio mit der Wahl der Golfarchitektenfirma Zeit lassen, machen andere neue Vorschläge. Nick Faldo etwa phantasiert von einem Platz, der von 18 Architekten entworfen wird.

Die Uhren in Brasilien laufen offensichtlich etwas langsamer als anderswo. Obschon die Evaluation der Golfplatzarchitekten auf Ende Dezember angekündigt worden war, steht immer noch nicht fest, wer den neuen 18-Lochplatz in Reserva de Marapendi errichten wird.

Gewiss, es dauert noch viereinhalb Jahre, bis die Olympischen Spiele eröffnet werden, dennoch drängt die Zeit, denn bereits 2015 soll auf dem Platz testweise gespielt werden. Derweil sich das OK in Schweigen hüllt, liest man von einem leicht abstrusen Vorschlag, den Nick Faldo eingereicht hat: Er möchte 18 verschiedene Designer einspannen. Jeder soll für ein Loch verantwortlich zeichnen. Seine unkonventionelle Idee hat bei den meisten Kopfschütteln ausgelöst. Greg Norman, einer der interessierten Golfplatzarchitekten, hat Faldos Vorschlag sofort als «logistischen Alptraum» bezeichnete.

So ganz abstrus klingt die Sache eigentlich nicht, immerhin geht es bei der Anlage um etwas Historisches. Faldo schreibt dazu: «Welche globale und historische Seite könnten wir für unseren Sport schreiben, wenn wir ein internationales Team von siegreichen Männern und Frauen zusammenstellen könnten, um einen Golfplatz für die Rückkehr des Golfsports bei den Olympischen Spielen 2016 zu designen. Mit Sicherheit gehören einige der am meisten respektierten Designer der Welt gleichzeitig zur Gruppe der berühmtesten Champions an.»


«Es versteht sich, dass durch die Komplexität des Terrains und den Anforderungen des olympischen Turniers ein Prozess notwendig ist, der architektonisch einheitlich und effizient sein muss - die Egos sollten am Eingang abgegeben werden- aber bitte stellt euch das weltweite Interesse und den Reiz eines olympischen Platzes vor, der das Resultat einer wahren Zusammenarbeit von Champions, Männern wie Frauen, aus allen Kontinenten ist,» schreibt Faldo weiter.

Auch wenn die Mehrheit der Architekten Faldos Vorschlag ablehnen, einen Befürworter gibt es: Tom Fazio. Der US-Architekt stellt fest: «Die olympischen Spiele sind so aussergewöhnlich weil sie ein einzigartiges Event sind.»

Damit hat er nicht unrecht. Zu berücksichtigen gilt überdies die Tatsache, dass die Entscheidung, ob Golf die Rückkehr in die olympische Familie definitiv gelingt, 2017 vom IOC aufgrund des olympischen Turniers in Rio gefällt wird. Und diese Entscheidung dürfte stark von der Qualität des Platzes und der damit verbundenen sportlichen Leistung und deren Strahlkraft abhängen.

Bei aller Originalität des Vorschlages von Nick Faldo, unabwägbar bleibt die Frage des Egos der potentiell Beteiligten. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass einer freiwillig «bloss» ein Par 3 entwirft, wenn ein anderer ein Par 5 zeichnen darf. Das dann vielleicht sogar als Signature hole auserkoren wird. Oder sollen die Frauen die Par 3 und die Männer die Par 4 zeichnen? Oder entscheidet das Los? So richtig ausgegoren scheint die Idee von Sir Faldo nicht zu sein.

Piero Schäfer

von Piero Schäfer
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